Läden dicht: Adidas, Deichmann und H&M zahlen keine Miete mehr

27. Mrz. 2020, 13:29

Seit einer knappen Woche sind fast alle Geschäfte in Deutschland geschlossen. Jetzt haben Adidas, Deichmann und H&M angekündigt, keine Miete mehr zu zahlen – um Kosten zu sparen. Gekündigt werden darf ihnen nicht.

Der Sportartikelhersteller Adidas, die Schuhkette Deichmann, H&M und viele andere Firmen zahlen für ihre wegen der Corona-Krise geschlossenen Shops von April an keine Miete mehr. „Wir gehen davon aus, dass viele Mieter von der Möglichkeit von Mietaussetzungen Gebrauch machen werden und müssen“, sagte ein Sprecher des Hamburger Shoppingcenter-Investors Deutsche Euroshop am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. 

Zumindest in Deutschland müssen die Firmen vorerst keine Konsequenzen fürchten: Ein Notgesetz regelt, dass den Mietern wegen durch die Corona-Krise entstandenen Zahlungsrückständen nicht gekündigt werden darf.

Deichmann sehe sich gezwungen, die Miet- und Nebenkostenzahlung für seine 1.200 Filialen in Deutschland vorübergehend ab April für die Dauer der behördlich angeordneten Zwangsschließungen auszusetzen, erklärte Europas größter Schuhhändler. „Es handelt sich hier um eine präventive Maßnahme, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten.“

Auch Adidas bleibt die Mietzahlungen vorerst schuldig. „Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch“, sagte eine Sprecherin.

Ähnlich äußerte sich auch die schwedische Modekette Hennes & Mauritz. Für 460 derzeit geschlossenen Filialen in Deutschland würden die Mietzahlungen vorläufig ausgesetzt. Das Unternehmen habe die Vermieter bereits in der vergangenen Woche über diesen Schritt informiert, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag.

Viele Länder haben die Schließung von Einzelhandelsgeschäften angeordnet, um die Ausbreitung des Coronavirus zu dämpfen. Adidas hält seine Läden in Nordamerika und Europa zunächst bis zum 29. März geschlossen.

Politik soll Mietschäden ersetzen

In Deutschland sind Mieter von Wohn- und Geschäftsräumen zwar weiterhin verpflichtet, ihre Mieten zu zahlen. Jedoch kann ihnen bei Zahlungsrückständen aus dem Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2020 zunächst nicht gekündigt werden. Mit dem Notfallgesetz will die Politik verhindern, dass Wohnungsmieter ihr Zuhause verlieren und Ladenmieter ihre berufliche Existenz.

Wer mit den Zahlungen in Rückstand gerät, hat bis Ende Juni 2022 Zeit, um die ausstehenden Mieten zu begleichen. Dafür kann der Vermieter in der Regel vier Prozent Verzugszinsen in Rechnung stellen.

Mieter und Vermieter hoffen jedoch auf weitere Hilfe des Bundes. Deichmann erwarte von den politisch Verantwortlichen, dass die durch die Zwangsschließungen entstehenden Mietschäden für die beteiligten Vertragsparteien ersetzt werden, erklärte der Konzern.

Quellverweis: Telekom