Gewerkschaft warnt vor Schwarzarbeit am Bau

31. Jul. 2020, 17:04

Schwarzarbeit und Sozialbetrug in der Baubranche haben nach Angaben der IG Bauen-Agrar-Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern im vorigen Jahr einen Millionenschaden verursacht. Dem Staat und den Sozialkassen entgingen 13 Millionen Euro, wie die Gewerkschaft am Freitag unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium mitteilte. Demnach kontrollierten Beamte des Hauptzollamtes Stralsund 382 Baufirmen und leiteten 249 Ermittlungsverfahren ein.

Der Vorsitzende des Bezirksverbands Mecklenburg der IG BAU, Jörg Reppin, sprach von einem erschreckenden Ausmaß krimineller Energie. Das Image einer ganzen Branche stehe auf dem Spiel. „Sauber wirtschaftende Firmen dürfen nicht wegschauen, wenn sich Konkurrenten nicht an die Regeln halten.“ Die Coronakrise habe gezeigt, wie wichtig die Bauwirtschaft als Stütze der Konjunktur ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bau-Umsätze in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz Pandemie um rund sieben Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern waren es nach Angaben des Bauverbandes des Landes immerhin noch 4,5 Prozent.

Laut Gewerkschaft sind faire Löhne und Arbeitsbedingungen das beste Mittel gegen unerlaubte Geschäfte am Bau. Die Arbeitgeber hätten in der laufenden Tarifrunde die Chance, die Bauberufe für Fach- und Nachwuchskräfte attraktiver zu machen.

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