Bilanzskandal bei Wirecard: Ermittler durchsuchen Büros

01. Jul. 2020, 11:37

Der Wirtschaftskrimi beim Dax-Konzern Wirecard geht weiter: Am Mittwochmorgen durchsuchten Ermittler Büroräume des Unternehmens. Der Wohnsitz des Ex-Chefs ist ebenfalls betroffen.

Bei Wirecard sind die Ermittler angerückt. Seit dem Morgen würden fünf Gebäude von Wirecard durchsucht, darunter der Firmensitz in Aschheim bei München und zwei Gebäude in Österreich.

Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf t-online.de-Anfrage mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „FAZ“. Unter den Häusern ist  offenbar auch der Wiener Wohnsitz des Ex-Vorstandschefs Markus Braun, wie sein Anwalt der „Süddeutschen Zeitung“ sagte.

Zwölf Staatsanwälte sowie 33 Polizisten und weitere IT-Fachleute seien bei der Razzia insgesamt vor Ort – gemeinsam mit österreichischen Kollegen. Es gehe in erster Linie um die Vorwürfe, die Grundlage der Ermittlungen gegen Ex-Vorstandschef Markus Braun seien – also unrichtige Angaben und Marktmanipulation in mehreren Fällen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt aber mittlerweile auch wegen Betrugsverdachts gegen die ehemalige Chefetage des insolventen Zahlungsdienstleisters. Der Firmensitz von Wirecard wurde bereits am 5. Juni durchsucht.

Markus Braun war als CEO zurückgetreten

Hintergrund der Durchsuchungen ist ein Bilanzskandal, der Wirecard seit fast zwei Wochen schwer belastet. Im Zuge der abgesagten Bilanzvorstellung am 18. Juni war ans Licht gekommen, dass Wirecard rund zwei Milliarden Euro, die angeblich auf Treuhänderkonten auf den Philippinen lagerten, mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht existierten.

Markus Braun trat daraufhin als Chef von Wirecard zurück. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung gegen ihn. Der Aktienkurs von einst fast 200 Euro fiel im Zuge des Skandals auf zwischenzeitlich rund 1,50 Euro. Wirecard hat inzwischen Insolvenz angemeldet, dem Unternehmen droht die Zerschlagung.

Quellverweis: Telekom