Landesverband Windenergie: Vorsichtiger Optimismus

Die Brandenburger Windenergiebranche spürt vorsichtigen Optimismus. In den ersten sechs Monaten des Jahres seien 24 Anlagen mit einer Nennleistung von 85 Megawatt (MW) errichtet worden, teilte der Landesverband Berlin-Brandenburg des Bundesverbandes Windenergie (BWE) am Donnerstag mit. „Die Windenergie in Brandenburg scheint die Talsohle durchschritten zu haben“, sagte Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender des Landesverbandes Windenergie. „Wir brauchen aber mehr als nur einen Hoffnungsschimmer.“

Mit dem aktuellen Zubau werde das Ziel der Brandenburger Landesregierung nicht erreicht, bis 2030 im Land 10 500 Megawatt Windleistung zu installieren, kritisierte er. In den nächsten zehn Jahren müssten es über 300 Megawatt zusätzlich pro Jahr sein.

Angesichts der Ansprüche an die Energieversorgung durch Erneuerbare Energien müsse die Politik die Handbremse beim Ausbau lösen, forderte Glahr. In den kommenden fünf Jahren werde fast die Hälfte der heute bereits 20 Jahre und älteren Anlagen aus der EEG-Vergütung fallen. Notwendig sei eine moderne Regionalplanung, die ausreichend Flächen für Erneuerbare Energien zur Verfügung stelle.

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Weiterbau am Pipeline-Projekt: Spekulationen um Wohnschiff

Trotz der US-Sanktionen gegen Unternehmen, die am Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 beteiligt sind, ist an dem Projekt weitergearbeitet worden. So sei die Anlandestation in Lubmin (Vorpommern-Greifswald) jetzt betriebsbereit, sagte ein Sprecher der Nord Stream 2 AG am Donnerstag. An der Anlandestation in Russland werde noch gearbeitet. Seeseitige Nacharbeiten wie punktuelle Steinschüttungen seien ebenfalls abgeschlossen worden.

Von den US-Sanktionen sind nur Rohrverlegungen in einer Tiefe ab 100 Metern betroffen. Aktuell geht es um eine Lücke in beiden Leitungssträngen von zusammen gut 150 Kilometern, die noch nahe der dänischen Insel Bornholm zu schließen ist. Insgesamt soll die Leitung 2460 Kilometer lang werden.

Angesichts eines Wohnschiffs im Hafen von Sassnitz wird auf Rügen vermutet, dass die an Bord lebenden Arbeiter mit dem Weiterbau der Gastrasse zu tun haben. Die „Ostsee-Zeitung“ berichtete am Donnerstag, die rund 140 Männer seien mit Vorbereitungen dafür beschäftigt. Die Arbeiter – Engländer, Russen, Ukrainer, Italiener – würden täglich per Bus nach Mukran gefahren, wo seit Mai das russische Verlegeschiff „Akademik Tscherski“ der Firma Gazprom liegt. Es wurde aus dem fernöstlichen Hafen Nachodka nach Mukran verlegt.

Der Sprecher von Nord Stream 2 sagte der Deutschen Presse-Agentur, Arbeiten, die nicht direkt mit den Partnern des Projekts zu tun hätten, kommentiere er nicht. Die Verlegearbeiten ruhen seit Dezember 2019 – also seit die USA Sanktionen gegen die beteiligten Firmen angedroht hatte. Sie wollen die Leitung verhindern, damit Deutschland nicht von russischer Energie abhängig wird. Russland kündigte jedoch an, die Leitung aus eigener Kraft fertigzubauen.

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Aktien New York: Verluste nach Einbruch der US-Wirtschaft

NEW YORK (dpa-AFX) – Ein historisch beispielloser Einbruch der Konjunktur in den USA hat am Donnerstag die Kurse an der Wall Street belastet. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial büßte im frühen Handel 1,97 Prozent auf 26 018 Punkte ein und fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Wochen. Wegen der Corona-Krise erlebte die US-Wirtschaft in den Monaten April bis Juni den stärksten Einbruch innerhalb eines Quartals seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1947.

Zudem hielten sich Anleger vor den Quartalsberichten der Technologe-Giganten Apple, Amazon, Alphabet und Facebook zurück. Diese werden nach Börsenschluss veröffentlicht. Und schließlich sorgte US-Präsident Donald Trump nicht zum ersten mal für Verunsicherung unter Börsianern. Auf Twitter spielte dieser offen mit dem Gedanken an eine Verschiebung der Wahl im November.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,59 Prozent auf 3207 Zähler abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,16 Prozent auf 10 540 Zähler.

Für Aufsehen sorgte der Logistiker UPS. Dieser steigerte in einem schwierigen zweiten Quartal sowohl den Umsatz als auch den Nettogewinn. Der Kurs schnellte daraufhin um 13 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch.

Auch die Aktien von Procter & Gamble konnten dem schwachen Börsenumfeld trotzen mit einem Plus von 1,7 Prozent. Der Konsumgüterhersteller profitierte in der Corona-Krise von einer steigenden Nachfrage nach Reinigungs- und Gesundheitsprodukten.

Papiere des Pharmakonzerns Eli Lilly büßten dagegen 4,6 Prozent ein. Weil Ärzte in der Corona-Krise weniger Medikamente verschrieben hatten, gingen die Umsätze im abgelaufen Quartal zurück.

Auf ein Rekordhoch sprangen die Aktien des Chip-Herstellers Qualcomm, sie zogen um 11 Prozent an. Das Unternehmen schloss nach langen Verhandlungen schließlich einen Lizenzdeal mit dem chinesischen Smartphone-Anbieter Huawei. Dies wird 1,8 Milliarden Dollar in die Kassen von Qualcomm spülen.

Bei den Technologiekonzernen Apple, Amazon, der Google-Holding Alphabet und Facebook hielten sich die Anleger kurz vor deren Quartalsberichten zurück: Die Kurse verloren zwischen 0,5 und 1,5 Prozent.

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Historisches Ausmaß: Deutsche Wirtschaft bricht dramatisch ein

Deutschlands Wirtschaft ist wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal dramatisch eingebrochen. Laut Statistikamt sank die Wirtschaftsleistung um 10,1 Prozent. Deutschland befindet sich damit in einer Rezession.

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Die deutsche Wirtschaft hat auf dem Höhepunkt der Corona-Krise einen noch nie da gewesenen Einbruch erlebt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte.

Es war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen im Jahr 1970. Bereits zum Jahresanfang war die Wirtschaftsleistung deutlich gesunken. In den Monaten Januar, Februar und März war das BIP rückläufig – obwohl der Lockdown und die damit verbundenen Einkaufs- und Produktionseinschränkungen erst Ende März begann.

Schon im ersten Quartal sank das BIP wegen Corona

Im ersten Quartal 2020 schrumpfte das BIP um 2,2 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2019. Europas größte Volkswirtschaft steckt mit den neuen offiziellen Zahlen nun in einer tiefen Rezession.

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde sind im zweiten Quartal die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen erheblich eingebrochen sowie die privaten Konsumausgaben und die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen. Der Staat erhöhte dagegen seine Konsumausgaben während der Krise.

Im Vorjahresvergleich brach die Wirtschaftsleistung um 11,7 Prozent ein. Den bisher stärksten Rückgang des BIP gegenüber einem Vorjahresquartal hatte es während der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise mit minus 7,9 Prozent im zweiten Quartal 2009 gegeben.

Konjunkturanstieg im zweiten Halbjahr erwartet

Das Bruttoinlandsprodukt ist der wichtigste Gradmesser für die Wirtschaftsleistung. Per Definition fasst es den Wert sämtlicher Waren und Dienstleistungen zusammen, die während eines festgelegten Zeitraums in einem bestimmten Land für den Endverbraucher hergestellt wurden.

Volkswirte gehen davon aus, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr anzieht, vorausgesetzt die Infektionszahlen steigen nicht wieder deutlich an. Die wegen des Virus verhängten Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft wurden seit Mai zunehmend gelockert.

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stehen die Zeichen „eindeutig auf Erholung“. Es werde aber wohl zwei Jahre dauern, bis der historische Einbruch vom Frühjahr wettgemacht sei.

Tiefpunkt im April durchschritten

Der Deutschen Bundesbank zufolge dürfte der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Aktivität bereits im April erreicht worden sein. Im zweiten Halbjahr dürfte sich die wirtschaftliche Erholung fortsetzen. „Dazu wird auch das zuletzt beschlossene Konjunkturpaket beitragen“, schrieben die Experten im jüngsten Monatsbericht.

Die Bundesregierung hat für die Jahre 2020 und 2021 ein insgesamt 130 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket aufgelegt. Unter anderem wurde die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise 7 auf 5 Prozent. Das soll den Konsum als wichtige Stütze der Konjunktur ankurbeln.

„Kein Anlass zur Panik“

Trotz des starken Konjunktureinbruchs warnte der Ökonom Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vor zu großer Angst. „Die Zahlen aus Wiesbaden bestätigen, was jeder bereits wusste“, sagte er.

„Die Bundesrepublik durchläuft derzeit die mit Abstand tiefste Rezession ihrer Geschichte. Dennoch sind die bedrohlich aussehenden Zahlen kein Anlass zur Panik.“ Die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik habe mit ihren Liquiditätshilfen und dem Konjunkturprogramm vom Juni 2020 „insgesamt klug und angemessen“ reagiert und betreibe „eine erfolgreiche Schadensbegrenzung“.

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INDEX-FLASH: Einbrechende US-Wirtschaft und Tweet von Trump belasten schwer

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die Kurse an den europäischen Börsen sind am Donnerstagnachmittag zunehmend unter Druck geraten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone büßte zuletzt 3,3 Prozent auf 3193 Punte ein und fiel auf den niedrigsten Stand seit Anfang des Monats. Für den deutschen Leitindex Dax ging es mit minus 4 Prozent auf 12 309 Zähler noch etwas stärker nach unten.

Die Abwärtsbewegung beschleunigte sich, als am frühen Nachmittag wichtige Konjunkturdaten aus den USA veröffentlicht wurden. Wegen der Corona-Krise erlebte die US-Wirtschaft in den Monaten April bis Juni den stärksten Einbruch innerhalb eines Quartals seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1947. Für Verunsicherung unter Börsianern sorgte auch, dass US-Präsident Donald Trump auf Twitter offen mit dem Gedanken an eine Verschiebung der Präsidentschaftswahl im November spielte.

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