Arbeitsagentur warnt vor Jobs unter eigener Qualifikation

Ein Job unterhalb der eigenen beruflichen Qualifikation kann nach Auffassung der Arbeitsagentur Hessen in der Corona-Krise zum Karrierekiller werden. Direktionschef Frank Martin wies am Dienstag darauf hin, dass sich gerade bei steigender Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Krisen mehr Menschen unfreiwillig für eine unterwertige Beschäftigung entscheiden. Angesichts von Fachkräftemangel und demografischen Veränderungen sollten die Potenziale der Menschen besser genutzt werden.

Nach einer Untersuchung des agentureigenen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind in Hessen rund 20 Prozent aller Beschäftigten für ihre aktuelle Tätigkeit überqualifiziert. Besonders häufig sei dies bei Hochschulabsolventen zu beobachten, von denen fast die Hälfte unterhalb der erreichten Qualifikation arbeitet. Vor allem Frauen und Ausländer finden seltener einen Job auf ihrem tatsächlichen Qualifikationsniveau.

Für weniger qualifizierte Jobs können bessere Arbeitszeiten, körperlich geringere Belastungen oder höhere Entlohnung als im erlernten Berufsfeld sprechen. Gleichzeitig sinken aber den IAB-Experten zufolge die Chancen auf weitere Karriereschritte und den Wiedereinstieg ins ursprüngliche Gebiet.

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Mittelmäßige Kirschernte in Deutschland erwartet

Die laufende Ernte von Süß- und Sauerkirschen verspricht in Deutschland eine mittlere Menge. Die Obstbauern rechnen laut Schätzungen für das Statistische Bundesamt mit rund 53 500 Tonnen. Das wären 11 Prozent weniger als in den beiden Vorjahren, aber immer noch rund 12 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, wie das Amt am Dienstag berichtete.

Schleswig-Holstein gehört bei Kirschen nicht zu den großen Anbauländern, aber zu den ertragsstärkeren. So wird bei einer Anbaufläche von 66 Hektar und einer Erntemenge von 499 Tonnen Süßkirschen ein Hektarertrag von 75,4 Dezitonnen erwartet. Der Bundesdurchschnitt beträgt 63,2 Dezitonnen. Auch bei Sauerkirschen – 37 Hektar und 316 Tonnen – liegt der Hektarertrag im Norden mit 85,4 Dezitonnen etwas über dem deutschen Durchschnitt (83,7 Dezitonnen). Vergleichszahlen zum Vorjahr enthält die Statistik für Schleswig-Holstein nicht.

Die Rückgänge in Deutschland erklären die Statistiker mit Spätfrösten und Trockenheit. Vor allem bei der dominierenden Süßkirsche gehen die Erträge in diesem Sommer voraussichtlich um 19 Prozent zurück. Hier ist Baden-Württemberg mit knapp der Hälfte der Anbaufläche wichtigster Erzeuger. Bei den Sauerkirschen bleibt die Menge mit 15 400 Tonnen fast konstant zum Vorjahr. Hier gibt es die meisten Plantagen in Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Europaweit war Polen im vergangenen Jahr mit knapp 200 000 Tonnen größter Erzeuger. Dort dominiert die Sauerkirsche. Süßkirschen kommen in Europa meist aus den südlichen Staaten Spanien, Italien und Griechenland.

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Flixtrain fährt Strecke Köln – Berlin bald wieder

Nach vier Monaten Stillstand nimmt die Flixbus-Schwester Flixtrain am 23. Juli ihren Betrieb wieder auf. Vorerst seien allerdings nur wöchentlich zehn Fahrten zwischen Köln und Berlin geplant, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Jeder Fahrgast bekomme einen garantierten Sitzplatz. In den Zügen herrsche Maskenpflicht. Die Wagen seien in der Pause renoviert und von Abteil- zu Großraumwagen umgebaut worden.

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Institut: Anzeichen für Erholung der ostdeutschen Wirtschaft

Nach dem drastischen Einbruch im Frühjahr sehen die Ökonomen vom Ifo-Institut im Juni Anzeichen für eine Erholung der ostdeutschen Wirtschaft. Sowohl die Lageeinschätzung als auch die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate seien wieder nach oben gegangen, teilte das Institut am Dienstag in seinem monatlichen Lagebericht mit. Der Geschäftsklimaindex sprang den Angaben zufolge binnen Monatsfrist von 79,9 auf 90,6 Punkte.

In der Industrie habe sich die Stimmung „kräftig erwärmt“, so die Wissenschaftler. Auch im Dienstleistungssektor legten die aktuelle Einschätzung und noch mehr die Erwartungen für die nächsten Monate zu. Die Mehrzahl der befragten Händler beurteilten im Juni ihre laufenden Geschäfte wieder optimistisch. Im Bauhauptgewerbe legte der ifo Geschäftsklimaindex ebenfalls zu. Die Befragten gaben sich vor allem mit Blick auf die nächsten Monate zuversichtlich.

Das Ifo-Geschäftsklima für Ostdeutschland basiert auf etwa 1700 monatlichen Meldungen von Firmen verschiedener Branchen. Sie werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Der Ifo-Index gilt als sehr treffsicherer Frühindikator für den weiteren konjunkturellen Verlauf.

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VW vor Abschluss des Dieselvergleichs

Die Entschädigungszahlungen an Volkswagen-Kunden im Dieselvergleich stehen kurz vor dem Abschluss. In rund 240 000 Fällen seien insgesamt mehr als 750 Millionen Euro überwiesen worden, teilte der Konzern am Dienstag mit. Das zugehörige Online-Portal ist noch eine knappe Woche lang in Betrieb, es soll am 6. Juli geschlossen werden. Danach können Kunden nur noch per Post Unterlagen einreichen, etwa Rechnungen von Anwälten. Bei weiteren Verfahren, die vor Gericht anhängig sind, will der Konzern nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs zugunsten der Verbraucher auf die Kläger zugehen.

VW erklärte, der Vergleich zum Musterverfahren sei inzwischen „im Wesentlichen abgewickelt“. Einige tausend Ansprüche würden derzeit noch geprüft oder seien in der Umsetzung – mit einer größeren Veränderung der Zahlen rechne man bis zur kommenden Woche nicht mehr. Mit denjenigen Kunden, die anspruchsberechtigt seien, habe man sich zu mehr als 90 Prozent einigen können. Je nach Alter und Typ des Fahrzeugs wurden Beträge zwischen 1350 und 6257 Euro angeboten.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hatte mehrere Hunderttausend Dieselfahrer am Oberlandesgericht Braunschweig vertreten, nach der Einigung auf eine außergerichtliche Lösung aber seine Musterfeststellungsklage gegen VW zurückgezogen. Mit dem Geld aus dem Vergleich sollen die Kunden für den Wertverlust von Autos entschädigt werden, in denen der Motor EA 189 verbaut ist. Im September 2015 hatte Volkswagen nach Prüfungen von Behörden und Recherchen von Forschern in den USA Manipulationen an den Abgaswerten von Dieselwagen mit diesem Antrieb zugegeben.

Unabhängig von dem Braunschweiger Verfahren gibt es in Deutschland noch einige Zehntausend Einzelklagen, die vor Amts-, Land- oder Oberlandesgerichten liegen. Ende Mai hatte der BGH entschieden, dass VW prinzipiell auch hier zu Entschädigungen verpflichtet ist.

Die obersten Zivilrichter stellten fest, dass der Einsatz illegaler Abgastechnik sittenwidrig war und den Käufern dadurch ein Schaden entstand: Autobesitzer, die noch juristisch mit dem Konzern streiten, können ihren Wagen demnach zurückgeben und das Geld dafür einfordern. Das gilt sowohl für Neu- als auch für Gebrauchtfahrzeuge. Auf den Kaufpreis werden jedoch die gefahrenen Kilometer angerechnet.

„Ziel von Volkswagen ist es, diese Verfahren im Einvernehmen mit den Klägern möglichst zügig zu beenden“, hieß es dazu aus Wolfsburg. Es gehe derzeit um noch etwa 50 000 Fälle. Anders als beim Musterverfahren gibt es hier keinen festen Korridor möglicher Entschädigungssummen – stattdessen soll es stets individuelle Angebote an die Kläger geben. „Wir gehen jetzt auf einzelne Anwälte zu, um Gespräche über den Rahmen von Vergleichen vorzubereiten.“

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