IHK verschiebt Azubi-Prüfungen in den Sommer

Die Industrie- und Handelskammern (IHK) im Südwesten verschieben die für Anfang Mai geplanten Abschlussprüfungen für Auszubildende in den Sommer. Neue Termine sollen in der kommenden Woche gemeinsam mit dem Kultusministerium festgelegt werden, wie der Industrie- und Handelskammertag Baden-Württemberg (BWIHK) am Freitag mitteilte. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag als bundesweite Dachorganisation hatte ebenfalls am Freitag wegen der Coronavirus-Pandemie neue Termine festgelegt. Diese gelten im Südwesten aber nicht, wie der BWIHK betonte.

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IHK-Umfrage: Fast alle Unternehmen leiden unter Corona-Krise

Kaum ein Unternehmen im Südwesten bleibt laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern von negativen Folgen der Corona-Krise verschont. Rund 83 Prozent der befragten Unternehmen in Baden-Württemberg erwarten demnach Umsatzeinbrüche. 77 Prozent rechnen sogar mit einem Einbruch im zweistelligen Bereich. Das Ergebnis zeige, dass vielen Betrieben das Wasser bis zum Hals stehe, sagte die Präsidentin der IHK Region Stuttgart, Marjoke Breuning, am Freitag.

In Hotlines werden den IHK-Beschäftigten demnach dramatische Situationen geschildert. Bei 41 Prozent der Unternehmen steht der Betrieb komplett oder in großen Teilen still. Besonders betroffen sind die Hotels und Gaststätten (92 Prozent) sowie der Einzelhandel (72 Prozent). Mehr als zwei Drittel der 1503 befragten Unternehmen klagen über eine geringere Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen, fast die Hälfte über stornierte Aufträge. 94 Prozent bejahten die Frage, ob sie grundsätzlich negative Auswirkungen der Corona-Krise auf ihre Geschäfte spüren.

Breuning lobte die Steuerstundungen und Soforthilfen der Landesregierung für Härtefälle. Auch die Sonderhilfen des Bundes seien wichtig. Verbesserungsbedarf gebe es aber noch bei der staatlichen Kreditabsicherung in den Förderprogrammen. Die sollte mit 100 Prozent erfolgen und nicht wie derzeit mit 80 oder 90 Prozent. „Ohne 100-Prozent-Absicherung sind die Banken zu zeitaufwendigen Prüfprozessen gezwungen, für die jetzt keine Zeit ist“, sagte Breuning.

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INDEX-FLASH: Dax, EuroStoxx & Co fallen weiter zurück – Corona-Unsicherheit

FRANKFURT/PARIS/NEW YORK (dpa-AFX) – Nach der deutlichen Kurserholung vom Corona-Crash im bisherigen Wochenverlauf gehen Anleger vor dem Wochenende lieber auf Nummer sicher. Insgesamt agieren Investoren vor dem Wochenende vorsichtig, da sie bis Montag bei negativen Corona-Überraschungen kaum reagieren könnten.

„Es fehlt an Orientierung, weil derzeit niemand in der Lage ist, auch nur eine halbwegs verlässliche Prognose für die kommenden Wochen zu erstellen“, erklärte DZ Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier. „Eines ist jedoch relativ klar: Die Wirtschaftspolitik, die derzeit versucht mit allen verfügbaren Mitteln gegen die Krise anzukämpfen, ist in der aktuellen Phase relativ machtlos.“

Der Dax weitete seine Verluste bis zum frühen Nachmittag auf knapp 4 Prozent aus. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex bei 9611,33 Punkten. In den vergangenen Tagen hatte sich der Dax in der Spitze um mehr als ein Fünftel vom bisherigen Corona-Tief bei 8255 Punkten erholt.

Der EuroStoxx 50 fiel am Freitag um zuletzt 4,42 Prozent auf 2721,81 Zähler und an der Wall Street zeichnete sich für den Dow Jones Industrial ein rund drei Prozent schwächerer Auftakt ab.

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Läden dicht: Adidas, Deichmann und H&M zahlen keine Miete mehr

Seit einer knappen Woche sind fast alle Geschäfte in Deutschland geschlossen. Jetzt haben Adidas, Deichmann und H&M angekündigt, keine Miete mehr zu zahlen – um Kosten zu sparen. Gekündigt werden darf ihnen nicht.

Der Sportartikelhersteller Adidas, die Schuhkette Deichmann, H&M und viele andere Firmen zahlen für ihre wegen der Corona-Krise geschlossenen Shops von April an keine Miete mehr. „Wir gehen davon aus, dass viele Mieter von der Möglichkeit von Mietaussetzungen Gebrauch machen werden und müssen“, sagte ein Sprecher des Hamburger Shoppingcenter-Investors Deutsche Euroshop am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. 

Zumindest in Deutschland müssen die Firmen vorerst keine Konsequenzen fürchten: Ein Notgesetz regelt, dass den Mietern wegen durch die Corona-Krise entstandenen Zahlungsrückständen nicht gekündigt werden darf.

Deichmann sehe sich gezwungen, die Miet- und Nebenkostenzahlung für seine 1.200 Filialen in Deutschland vorübergehend ab April für die Dauer der behördlich angeordneten Zwangsschließungen auszusetzen, erklärte Europas größter Schuhhändler. „Es handelt sich hier um eine präventive Maßnahme, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten.“

Auch Adidas bleibt die Mietzahlungen vorerst schuldig. „Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch“, sagte eine Sprecherin.

Ähnlich äußerte sich auch die schwedische Modekette Hennes & Mauritz. Für 460 derzeit geschlossenen Filialen in Deutschland würden die Mietzahlungen vorläufig ausgesetzt. Das Unternehmen habe die Vermieter bereits in der vergangenen Woche über diesen Schritt informiert, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag.

Viele Länder haben die Schließung von Einzelhandelsgeschäften angeordnet, um die Ausbreitung des Coronavirus zu dämpfen. Adidas hält seine Läden in Nordamerika und Europa zunächst bis zum 29. März geschlossen.

Politik soll Mietschäden ersetzen

In Deutschland sind Mieter von Wohn- und Geschäftsräumen zwar weiterhin verpflichtet, ihre Mieten zu zahlen. Jedoch kann ihnen bei Zahlungsrückständen aus dem Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2020 zunächst nicht gekündigt werden. Mit dem Notfallgesetz will die Politik verhindern, dass Wohnungsmieter ihr Zuhause verlieren und Ladenmieter ihre berufliche Existenz.

Wer mit den Zahlungen in Rückstand gerät, hat bis Ende Juni 2022 Zeit, um die ausstehenden Mieten zu begleichen. Dafür kann der Vermieter in der Regel vier Prozent Verzugszinsen in Rechnung stellen.

Mieter und Vermieter hoffen jedoch auf weitere Hilfe des Bundes. Deichmann erwarte von den politisch Verantwortlichen, dass die durch die Zwangsschließungen entstehenden Mietschäden für die beteiligten Vertragsparteien ersetzt werden, erklärte der Konzern.

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Handel: Autogeschäft ruht, Hoffnung auf Nachfrage aus China

Aus dem bayerischen Groß- und Außenhandel kommt in der Corona-Pandemie ein gemischtes Bild: Neben dramatischen Einbrüchen in manchen Bereichen gibt es auch Hoffnungszeichen, dass die Nachfrage aus dem Corona-Ursprungsland China wieder steigt. Besonders hart getroffen ist der Handel für die Autoindustrie: „Der Bereich Automotive ist praktisch zum Erliegen gekommen“, sagte auf Anfrage der Vorsitzende des Landesverbands Groß- und Außenhandel (LGAD), Christoph Leicher.

Der weitgehende Produktionsstopp der italienischen Industrie, der vorerst bis zum 3. April gelten soll, verschärft das Problem: „Norditalien und Bayern sind wirtschaftlich eng verwoben, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau und Automotive“, sagte Leicher dazu. „Somit sind massive Probleme durch Produktionsunterbrechungen absehbar.“ Allein der Bereich Auto macht nach Schätzung des Verbands etwa ein Fünftel des bayerischen Groß- und Außenhandels aus.

Die Branche hat einen guten Überblick über die Lieferketten sowohl für die Industrie als auch über die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Konsumgütern. In letzterer Hinsicht ist das Bild erfreulicher: Bei der Versorgung des Lebensmitteleinzelhandels gibt es laut LGAD im Wesentlichen keine Probleme. Auch die Baubranche leidet demnach bisher nicht. „Der Handel mit etwa Baustoffen, Farben etc. blieb bislang unbeeinträchtigt“, sagte der Verbandschef dazu. Ein Hoffnungsschimmer: „Nun gibt es erste Anzeichen, dass die Nachfrage aus China wieder ansteigt.“

Eine Prognose, wie sich die Versorgungslage entwickeln wird, gab Leicher jedoch nicht ab: „Die ganze Tragweite der Störungen globaler Lieferketten lässt sich noch nicht ausmachen.“ Alles hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie ab, drastische Auftragseinbrüche seien absehbar.

Nach Einschätzung des Verbands wird aber die Aufrechterhaltung der Handelsströme nicht ohne staatliche Finanzhilfe möglich sein: „Die Unternehmen im bayerischen Groß- und Außenhandel haben im Schnitt zehn Mitarbeiter“, sagte Leicher. „Infolgedessen ist zumeist weder die Personalstärke noch die Finanzdecke auf größere Krisen ausgelegt.“

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