KWS Saat steigert Umsatz deutlich und schreibt Verluste

Der Saatgutkonzern KWS Saat ist dank guter Geschäfte mit Getreide und wegen der Übernahme des Gemüsesaatgut-Herstellers Pop Vriend gewachsen. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2019/2020 kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 329,6 Millionen Euro, wie das SDax-Unternehmen am Dienstag in Einbeck mitteilte.

Unter dem Strich verzeichnete der Konzern im ersten Geschäftshalbjahr (bis Ende Dezember) allerdings einen Verlust von 86,5 Millionen Euro. Damit lag der Fehlbetrag rund 40 Prozent höher als im Vorjahr. KWS Saat begründete die Entwicklung unter anderem mit höheren Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Sondereffekten durch den Pop-Vriend-Zukauf.

Das erste Halbjahr ist saisonal bedingt in der Regel eher schwach, KWS Saat macht sein Hauptgeschäft üblicherweise mit der Frühjahrsaussaat. Finanzchefin Eva Kienle zeigte sich angesichts des Verlaufs des ersten Halbjahrs und des anstehenden Frühjahrsgeschäfts mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf optimistisch.

Die Prognose bestätigte KWS Saat. Demnach geht das Unternehmen weiterhin davon aus, im laufenden Geschäftsjahr den Umsatz um 8 bis 12 Prozent zu steigern.

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Xing-Mutter New Work weitet Geschäft aus

Das Karrierenetzwerk Xing ist im vergangenen Jahr dank des gut laufenden Firmenkundengeschäfts weiter gewachsen und will daran auch die Aktionäre teilhaben lassen. 2019 legte der Umsatz des SDax-Unternehmens laut vorläufigen Zahlen gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 269,5 Millionen Euro zu, wie die Burda-Tochter New Work, Betreiberin des Netzwerks Xing, am Dienstag in Hamburg mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 14 Prozent auf 85,6 Millionen Euro.

New Work hatte sich bei beiden Kennziffern für das vergangene Jahr eine zweistellige Steigerung vorgenommen. Analysten hatten in etwa mit ähnlichen Zahlen gerechnet.

Der Vorstand um den Noch-Konzernchef Thomas Vollmoeller schlägt eine um 21 Prozent erhöhte Dividende von 2,59 Euro je Aktie vor, was einem Plus von 21 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht.

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Aktien Frankfurt Eröffnung: Zaghafter Erholungsversuch vom Corona-Einbruch

FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach dem Rutsch um zeitweise fast 600 Punkte zum Wochenstart versucht der Dax am Dienstag eine Stabilisierung.

Der Dax, der am Montag ohne Gewinner geblieben war, erholte sich im frühen Handel um 0,65 Prozent auf 13 119,73 Punkte. Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie bleibt jedoch allgegenwärtig.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte stieg um 0,86 Prozent auf 28 125,13 Punkte und der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone legte um gut ein halbes Prozent zu.

Börsianer wollen die leichte Entspannung nicht zu hoch hängen und sprechen von einer reinen Gegenbewegung nach dem Ausverkauf. Gerade die Coronavirus-Lage in Italien kann die Anleger jederzeit wieder in die Defensive treiben. Am Dienstagnachmittag trifft sich Gesundheitsminister Jens Spahn in Rom mit Amtskollegen aus Italien, Österreich, Slowenien, der Schweiz, Kroatien, Frankreich und EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Erwartet wird, dass die Minister beraten, wie sie auf die Ausbreitung von Sars-CoV-2 reagieren.

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Zahl der Fluggäste an bayerischen Flughäfen steigt

Insgesamt 53,7 Millionen Menschen reisten im Jahr 2019 über die bayerischen Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen. Das entspricht einem Plus von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik am Dienstagmorgen mitteilte, entfallen fast 90 Prozent des bayerischen Passagieraufkommens auf den Flughafen München. Die Zahl der Fluggäste an Bayerns größtem Flughafen wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent. In Nürnberg hingegen ging das Passagieraufkommen um 8 Prozent zurück. Memmingen verbuchte mit 1,7 Millionen Reisenden im Jahr 2019 einen Zuwachs von 15,6 Prozent. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 464 000 Starts und Landungen an den drei bayerischen Flughäfen.

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Deutschlands Wirtschaft kühlt ab – Fiskus erzielt Milliarden-Überschuss

Jetzt ist es offiziell: Das Wirtschaftswachstum in Deutschland fiel 2019 so gering aus wie seit sechs Jahren nicht mehr. Den Staat belastet das nicht, der Fiskus nahm mehr Geld ein als er ausgab.

Der deutsche Staat hat 2019 trotz schwächelnder Konjunktur das achte Jahr in Folge einen Überschuss erzielt. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen zusammen 49,8 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben, wie das Statistische Bundesamt in Berlin mitteilte. Diese offiziellen Zahlen bestätigen frühere Schätzungen.

2018 hatte es noch einen Rekordüberschuss von gut 62,4 Milliarden Euro gegeben. Der Überschuss machte im vergangenen Jahr 1,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. 2018 fiel der Anteil mit 1,9 Prozent noch höher aus.

Der Bund allein schloss das Jahr mit einem Plus von 20,1 Milliarden Euro ab. Die Länder schafften einen Überschuss von 13,6 Milliarden Euro, die Sozialversicherung von 9,9 Milliarden und die Gemeinden von rund 6,2 Milliarden. Deutschland ist damit weit entfernt von der Defizitgrenze des Maastricht-Vertrages, in dem sich die Europäer ein Haushaltsdefizit von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung erlauben.

Wirtschaft wächst so langsam wie zuletzt 2013

Gleichzeitig fiel das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2019 so gering aus wie zuletzt 2013. Insgesamt legte das Bruttoinlandsprodukt, der Gradmesser für alle in Deutschland gefertigten Waren und Dienstleistungen, um nur 0,6 Prozent zu. 2018 lag das Wachstum noch bei 1,5 Prozent, 2017 sogar bei 2,5 Prozent.

Zwei Gründe dafür waren internationale Handelskonflikte und die Abkühlung Weltkonjunktur, was vor allem die exportorientierte deutsche Industrie belastete. Dass dennoch schwarze Zahlen geschrieben wurden, lag unter anderem an Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen. Das sorgte für mehr Steuer- und Beitragseinnahmen. Das Aufkommen aus der Lohnsteuer etwa wuchs um 4,1 Prozent.

Auch der private Konsum und der Bauboom spülten dem Staat mehr Geld in die Kassen. Die Niedrigzinsphase entlastete die öffentlichen Haushalte zugleich. „Wegen des weiterhin sehr niedrigen Zinsniveaus und eines gesunkenen Schuldenstandes sind die Zinsausgaben erneut zurückgegangen“, und zwar um 13,2 Prozent, erläuterte das Statistikamt. Zudem flossen viele Gelder gar nicht ab, die eigentlich für Investitionen geplant waren.

Stagnation im vierten Quartal

Das Schwächeln der Konjunktur im gesamten Jahr zeigte sich auch im vierten Quartal 2019. In den letzten drei Monaten stagnierte das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal. Auch damit bestätigte das Statistische Bundesamt eine erste Schätzung von Mitte Februar. Vor allem sinkende Exporte bremsten die Entwicklung zum Jahresende. 

Grund für diese Entwicklung waren die Unsicherheit über den Brexit und der damals schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China. Im Sommer-Quartal war die Wirtschaft noch um 0,2 gewachsen.

Ökonomen sagen Europas größter Volkswirtschaft schwierige Zeiten voraus. Denn mit der Ausbreitung des Coronavirus beim wichtigsten Handelspartner China und jüngst auch in Italien ist ein neues Konjunkturrisiko aufgetaucht.

Die Befürchtung vieler Experten ist, dass die Folgen des Virus auch die deutsche Wirtschaft spürbar belasten dürften. So hatte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erklärt, Produktionsausfälle und Lieferschwierigkeiten etwa in China könnten die Rezession der deutschen Industrie um ein paar Monate verlängern.

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